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Geschichte des Fachs | |||||||
| Als Wissenschaft bezeichnen wir
"den- zumindest tendenziell- systematischen, methodischen reflektierten
und gesellschaftlich institutionalisierten Prozess der Gewinnung von
Erkenntnissen. (Quelle: Von Oertzen, P.: Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik aus der Sicht des Politikers, In: Maltzke, 1998, S.14.) Kriterien:
Versuch, die Vielfältige Welt durch Selektion,
Akzentuierung und Abstraktion verständlichen und überschaubar zu machen,
damit die Realität besser bewältigt werden kann. Wissenschaft hat eine
dienende Funktion. Einzelwissenschaften = Disziplin
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| Einführung in
das Fach Selbstverständnis eines Faches
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1. Standort im
Wissenschaftssystem
Die Naturwissenschaften wollen Gesetzeshypothesen empirisch-analytisch überprüfen und die Phänomene nomothetisch erklären. Die Geisteswissenschaften dagegen sind darum bemüht, einmalige historische Ereignisse und geistige Objektivationen, also "Werke" idiographisch-hermeneutisch zu erfassen und zu verstehen. Aus dieser einfachen Gegenüberstellung entstand dann eine Dreiergruppierung, indem sich eine dritte Gruppe bildete, nämlich die Sozialwissenschaften.
2. Gegenstand, Forschungsfeld,
Grenzen
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3. Disziplinen,
Nachbarn, Verwandte
Auf der Ebene der Gegenstandsbereiche ist festzustellen:
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Fachgeschichte:
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Zeitungskunde
Þ Kaspar von Stieler (1695): "Zeitungs Lust und Nutz"
(Vgl. Wagner, Hans (1987): Kommunikationswissenschaft (Zeitungswissenschaft). München: publicom.) | |||||||
Zeitungswissenschaft ( im weiteren Sinne)
Zeitungswissenschaft (im engeren Sinne) Reichseinheitliche Etikettierung des gesamten
institutionalisierten Faches unter den
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Publizistikwissenschaft
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Kommunikationswissenschaft
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Medienwissenschaft
Kritik: "unspezifische, eklektizistische
Sammelbezeichnung für alle möglichen Unterfangen medienbezogener
Art" Fazit: Integrationswissenschaft, die einerseits kommunikationssoziologische, andererseits publizistikwissenschaftlich- philologische Ansätze multiperspektivisch sowie gegenstands- und problembezogen zusammenbringt. | |||||||
Evolution der Kommunikation | |
Für die Geschichte der
Medien gilt:
Ripel'sches Gesetz Þ Neue
Medien verdrängen die alten nicht. (Vgl. Roger, Everett M. (1986): Communication Technology. The New Media in Society. New York: The Free Press.)
Die Evolution von Kommunikation ist eine
notwendige Voraussetzung für die Evolution von
Gesellschaften. Beschleunigung der Evolution:
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Evolutionsmodell | |
![]() | |
| Vier Perioden in der Entwicklung der technischen Medien (nach Rogers, 1986) | |
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1.Periode der Schreibmedien
1. Periode der Schreibmedien 32.000 v. Chr. abstrakte
Zeichen
2. Periode der Druckmedien (Beginn 15. Jh.) Gutenberg gießt bewegliche Einzellettern aus
Blei: Erfindung des Buchdrucks
3. Periode der Telekommunikation 1844 baut Morse eine elektrische
Telegraphielinie entlang der Bahnlinie Washington-Baltimore
4. Periode der interaktiven Medien 1946 erster Elektrorechner der Welt
(ENIAC)
Evolution des Internet 1969: ARPA (Advanced Research Projects Agency)
entwickelt ein paketvermitteltendes (packet switching)
Rechnernetz
Evolution von Multimedia in
Deutschland 1981 1982 1983 1984 2. Januar RTL Television; Beginn des privaten
Fernsehens in Deutschland 1985 Als vierte Farbbild-Generation setzten sich in
Deutschland die „Flat-and-Square-Tubes durch. 1986 Gründung der initiative „Eureka EU95" mit der
die Forschungsarbeiten für einen europäischen HDTV-Standard
begann. 1987 In Berlin begann Radio Hundert,6 als erster
Privater am 10. April zu senden 1988 das erste Transatlantik- Glasfaserkabel geht in
Betrieb 1989 offiziell zur Cebit wurde ISDN gestartet 1990 Im September wurden von Panasonic für Oktober zwei ´Notebook-Computer´ angekündigt 1991 Boom der „D-Netze" 1993 „Jugendfrei-Bit" wird auf der Funkausstellung
von RTL und Grundig präsentiert 1994 Die Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH startete ab
1. Dezember den Rufdienst „Scall" 1995 erste Schritte in die Praxis des interaktiven
Digital-Fernsehens; die Telekom kündigte sechs Pilotprojekte
an, 1996 Duden CD-ROM mit der alten und der neuen
Rechtschreibversion 1997 „Deep Blue", der Schachcomputer von IBM besiegt Gari Kasparow
Evolution der Online-Medien 1958 - 1969 Entstehung und Entwicklung des ARPANET 1969 - 1983 Die Vorläufer und erste
Online-Medien 1983 - 1992 Forschungsbezogene Desk-Top-Nutzung
von Online -Medie 1983 startet ARPA das Projekt
„INTERNET-Programm" 1987entstehen erste Newsgroups 1988 drittes Online-Medium IRC (Internet Relay
Chat): raumzeitliche Ko-Präsenz in virtuellen Räumen war
möglich 1991 erster navigationsfähiger Suchdienst
Gopher (benannt nach dem Maskottchen der Universität Minnesota); Übergang
zur Entwicklung einer neuen Generation von Online-Medien ab 1992 1992 Der WWW-Browser: Die zweite Generation der
Online-Medien (Entwicklung seit 1991 in einem
europäischen 1992 wird die Internet Society gegründet
(ISOC) 1993 Bildinformationen können direkt aus dem
Internet abgerufen werden. Al Gore stellte der US-amerikanischen
Öffentlichkeit sein ab 1994 Strukturwandel und Kommerzialisierung
der Nutzung von Online-Medien 1994 erste Online-Bestellungen waren in den USA
möglich, Einkauf in virtuellen Shopping Malls; erste virtuelle Bank „First
Virtual" | |
Grundbegriffe des Fachs | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kommunikation = Vorgang, der auf bestimmten Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Subjekten beruht Gemeinsam haben Kommunizierende:
Gemeinsamkeiten sind eine Voraussetzung, aber auch ein Ergebnis von Kommunikationsprozessen
Defizite bei Kommunikationsdefinitionen
Theorie muss
Þ Systemtheorie (nach K. Merten (1999): Einführeung in die Kommunikationswissenschaft, Bd. 1, Münster, S.81)
Verschiedene Unterscheidungen von Kommunikation:
symmetrisch, reziproke Kommunikation im direkten Kontakt von Personen
Die Gleichsetzung von Öffentlichkeit und
Gesellschaft ist problematisch, da sie irrtümlich ein
geschlossenes
(Quelle: Westerbarkey, Joachim, Merten, Klaus (1994): Public Opinion und Public Relations. In: Merten, Schmidt, Weischenberg: Die Wirklichkeit der Medien, S.196.) Zentrale Bedeutungsebenen des Begriffs "Öffentlichkeit"
(Quelle: Europäisches Medieninstitut e.V. (Hrsg.)(1999): Öffentlichkeit und Internet. (=EIM Working Paper), S. 11f.)
Der Wortursprung liegt im Lateinischen "informare" bedeutet dort soviel wie "einprägen, einformen" etc. Kybernetische Bedeutung:
(Quelle: Modellversuch Journalisten-Weiterbildung (1984): Fernstudium Kommunikationswissenschaft. Teil 1, München: Ölschläger, S.31.) Merkmal von Mitteilungen
Information im Sinne von Neuigkeit oder
Dazulernen entsteht nur dann, wenn es zwischen Kommunikator
Information hat in dem abstrakten, formalen
Sinn der Informationstheorie einen strukturellen Aspekt Interpretation der Signale:
Medienbegriff Strukturelle Aspekte (Welche Aspekte werden übermittelt?):
Nonverbale - verbale Kommunikation
Relation zwischen NvK und VK unterteilt man in:
En- und Decodierung:
Funktionale Aspekte ( Wie werden Zeichen übermittelt? )
Alle Medien sind mehr oder weniger interaktiv.
Je nach Wissenschaftsgebiet lassen sich drei Cluster des Medienbegriffs unterscheiden:
Sozialwissenschaftlicher Medienbegriff a) Soziologischer Medienbegriff
b) Kulturbezogener Medienbegriff
c) Kodebezogener Mediengebriff
Naturwissenschaftlicher Medienbegriff
Technologischer Medienbegriff a) Biologischer Medienbegriff
b) Physikalischer Medienbegriff
c) Chemischer Medienbegriff
"Unter Massenkommunikation verstehen wir jene
Form der Kommunikation, bei der Aussagen
an ein disperses Publikum vermittelt werden." (Quelle: Maletzke, Gerhard (1963): Psychologie der Massenkommunikation. Hamburg, S. 32.)
(Quelle: Weidenmann, Bernd (1995). Multicodierung und Multimodalität im Lernprozeß. In: Issing, L. & Klimsa, P. (Hrsg.),Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Beltz, S. 65ff.)
Definition von Multimedia nach Hornung, 1994
Der Deutsche Multimedia Verband (dmmv) versteht unter dem Begriff "Multimedia":
Beispiel: E-mails, Power-Piont-Präsentation
Codierung
Sinnesmodalität
Mentales Format
(Quelle:Weidenmann, Bernd (1995).
Multicodierung und Multimodalität im Lernprozeß. In: Issing, L. &
Klimsa, P. (Hrsg.),
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Modelle | ||||||||||||||||||||||
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| Was ist ein
Modell?
"Ein Modell ist eine vereinfachende,
abstrahierende Repräsentation eines Realitätsbereiches mit dem Ziele, die
unter einer bestimmten Modelle als Orientierungshilfen
1a. Lasswell-Formel
(vgl. edb., S.57f.)
1b. Kritik an der Lasswell-Formel Vorwurf der Ansatz sei trivial, "gehe zu
elementenhaft und zeuge von einer theorielosen, mechanistischen
Betrachtungsweise" Die Lasswell-Formel hatte jedoch großen Einfluß auf die Ausbildung der Forschungsfelder der Kommunikatorforschung, Aussagen/Inhaltsforschung, Medienforschung, Rezipienten/Publikumsforschung, Wirkungsforschung.
Welche Modelle gibt es zur
Kommunikationswissenschaft (nicht MK, sondern Kommunikation
allgemein)?
"Elementarste gesellschaftliche Funktion einer
Universitätsdisziplin ist ja immer noch die Produktion von Theorie als
maximal verläßlichem und generalisierbarem
Wissen und deren Instruktion, gegebenenfalls auch deren Einsatz zur Lösung
außeruniversitär sich stellender durch Wissenschaft lösbarer
Probleme." "Theoretische Forschung hat die Aufgabe,
Aussagen aller Art in die Form logisch konsistenter und für einen
gegebenen Zweck möglichst nützlich strukturierter Aussagengefüge zu
bringen sowie Aussagengefüge aller Art auf ihre logische Konsistenz und
zweckbezogen nützliche Struktur zu überprüfen." Was ist Theorie?
(Quelle: Maletzke 1998, S.101ff.)
Es lassen sich folgende kommunikationswissenschaftliche Theorien oder Ansätze auflisten:
(Quelle: Maletzke 1998, S.104.) | ||||||||||||||||||||||
Literatur |
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Böhme-Dürr, K.: Technische Medien der Semiose. In: Posner R./Robering, K./Seboek, T.A. (Hrsg.): Semiotik. Ein Handbuch zu den zeichentheoretischen Grundlagen von Natur und Kultur, Bd.1, Berlin/New York, 1997. Bentele, Günter: Fernstudium Kommunikationswissenschaft, Teil 1, Modellversuch, Journalisten-Weiterbildung, München, 1984. Elsner et.al.: Zur Kulturgeschichte der Medien. In: Merten, K. / Schmidt, S.J. / Weischenberg, S. (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien, Opladen, Westdeutscher Verlag, 1994. Europäisches Medieninstitut e.V.: Öffentlichkeit und Internet, EIM Working Paper, 1999. Faulstich (Hrsg.): Kritische Stichwörter zur Medienwissenschaft, München, 1979. Kübler, H.-D.: Auf dem Weg zur wissenschaftlichen Identität und methodologischen Kompetenz, In: Bohn, R. u.a. (Hrsg.): Ansichten einer künftigen Medienwissenschaft, Berlin, 1988. Ludes, P.: Einführung in die Medienwissenschaft. Entwicklungen und Theorien. Berlin, Erich Schmidt, 1998. Maltzke, Gerhard: Psychologie der Massenkommunikation, Hamburg, 1963. Maletzke, Gerhard: Kommunikationswissenschaft im Überblick, Grundlagen, Probleme, Perspektiven Opladen, 1998. Merten, K.: Grundlagen der Kommunikationswissenschaft. Münster, LIT, 1994. Noelle--Neumann, Elisabeth, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hrsg.): Publizistik/Massenkommunikation, Frankfurt a. M., 1997. Noelle--Neumann, Elisabeth, Winfried Schulz, Jürgen Wilke (Hrsg.): Fischer Lexikon Publizistik/Massenkommunikation, Frankfurt a.M., 1999. Pürer, H.: Einführung in die Publizistikwissenschaft, UVK Medien, Konstanz, 1998. Ronneberger, Franz: Zur Lage der Publizistikwissenschaft, In: Langenbucher, Wolfgang, R. (Hrsg.) Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Wien, 1986. Wagner, Hans: Kommunikationswissenschaft (Zeitungswissenschaft), München, 1987. Weidenmann, Bernd: Multikodierung und Multimodalität im Lernprozeß, In: Issing, L. u. Klimsa, P. (Hrsg.), Information und Lernen mit Multimedia, Weinheim, 1995. Von Oertzen, P.: Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik aus der Sicht des Politikers, In: Gerhard Maltzke, Kommunikationswissenschaft im Überblick, Grundlagen, Probleme, Perspektiven, Opladen, 1998. |
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