Kategorie: Bildergeschichten


A la découverte de la région

25. Juni 2011 - 21:49 Uhr

Gruppenfoto vom Schüleraustausch in Dunkerque (Frankreich) im März 1994

Beim Durchforsten alter Kisten taucht immer wieder was auf. Heute etwas zu einem Schüleraustausch zwischen Frankreich und Deutschland. Der dazugehörige Artikel erschien in „La Voix des Vendredi“ im französischen Dunkerque (Dünkirchen) am 18. März 1994. Torsten steht in der letzten Reihe und ist kaum zu sehen; die Frisur hat sich allerdings kaum geändert. Im Artikel steht, dass die französischen Gastgeber Anfang Mai auf Gegenbesuch nach „Westfalen“ (!) kommen. Ob „Nordrhein“ oder „Westfalen“ – im Frühjahr 1994 gab es einen Schüleraustausch an der Theodor-Heuss-Schule in Ratingen mit dem College Jean-Zay in Dünkirchen.

Der Folgeartikel zum Besuch der französischen Gruppe in Deutschland ist ebenfalls aufgetaucht. Hier ist Torsten allerdings deutlich besser im Bild zu sehen.

Impressions d'échange franco-allemand au collège Jean-Zay

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Unerlaubt dem Unterricht ferngeblieben

6. Januar 2008 - 21:14 Uhr

Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um gar kein wirklich Bild, sondern um ein Schreiben, dass meinen Eltern im Februar 1995 übersandt wurde. Inhaltsgleiche Anschreiben erhielten mit Ausnahme von zwei Mitschülern auch alle anderen Eltern der Klasse 9 A.

Der Morgen des 9. Februar 1995 war kalt – sehr kalt. Und dies dank eines Ausfalls der Heizung in der Schule auch im Chemieraum, so dass unser Lehrer Dr. Schmidt mit dem Einsatz von zahlreichen Bunsenbrennern den Versuch unternahm, die Raumtemperatur auf ein erträgliches Niveau zu hiefen. Er war dabei so erfolglos, dass er darauf verzichtete einen geordneten Unterricht zu beginnen, zumal der Raum wirklich eiskalt war und wir alle in unseren Winterjacken im Raum saßen und das Gas fleißig durch die Brenner auf unseren Tisch zischte.

In der Zeit bis zur ersten großen Pause traf die Klasse – als Kollektiv – schließlich die Entscheidung, dem weiteren Unterricht fernzubleiben, um sich zuhause wieder aufzuwärmen. Wie die Geschichte schließlich ausging, ist dem Schreiben oben zu entnehmen.

Das Kollektiv traf sich letztendlich an einem Samstag zum gemeinsamen Nachsitzen in der Schule, zumindest bis auf die zwei Mitschüler, die an dem besagten Tag den Weg zurück in die Schule gefunden hatten und damit der Schulpflicht genüge taten, während sich das Kollektiv den Resttag schulfrei gegeben hatten. So entging den beiden ein gemeinschaftsförderndes Erlebnis, bei dem die Stimmung irgendwie gelöst und fröhlich genug war, um aus dem Nachsitzen ein heiteres Beisammensein zu machen.

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Empfangsbestätigung aus London – Der "German Service" der BBC

5. Januar 2008 - 17:11 Uhr

Zu den Zeiten meiner Oberstufenschulzeit gab es ein morgentliches Ritual. Um 6:50 Uhr klingelte der Wecker, ich packte meine Anziehsachen, meinen Sony-Weltempfänger und verschwand im elterlichen Bad um dem Klang von Big Ben in London zu lauschen, der Senderkennung der guten alten BBC aus London. Jeden Tag ab 7:00 Uhr strahlte die BBC aus Studios in London und Berlin ein halbstündliches morgentliches Informationsprogramm aus, das den interessierten Hörer auf den neuesten Stand über die Nachrichtenlage brachte. Die Sendung war lediglich über Kurzwelle zu empfangen und stellte sicherlich den üblichsten Weg dar ein morgentliches Radioprogramm zu hören.

In den 1990er interessierte ich mich für den Empfang solcher Radio-Sendungen, die auf eine eher unübliche Art und Weise zu empfangen waren. Wie ich darauf gekommen bin, weiß ich nicht mehr so ganz recht. Aber ich erinnere mich an eine Sendung auf Radioropa Info, die sonntags am späten Abend lief und Informationen für sogenannte DX’er angeboten hat. Letztendlich wurde ein Medienmagazin geboten, dass auch auf technische Details zum Empfang von sogenannten Kurzwellensendern einging. So gab es Hinweise darauf, wann welche Programme in deutscher und englischer Sprache auf welcher Frequenz aus welchem Land der Welt zu empfangen waren und welche Sendepläne sich geändert hatten.

Angeregt durch die Radiosendung, begann ich irgendwann damit ein altes Radio meines Vaters für den Empfang von Kurzwellensendern zu nutzen, denn mein eigenes empfing lediglich UKW, MW und immerhin LW. Trotz dieses Geräts war der Empfang allerdings mit der einfachen Teleskopantenne nur begrenzt erfolgreich. Die besondere Ausbreitungseigenschaften von Kurzwellen erlauben es, dass zwischen Sendemast und Radioempfänger nicht nur wenige Kilometer liegen, sondern tausende und damit die Programme letztendlich je nach Sendeleistung vielfach weltweit zu empfangen sind. Das wird dadurch erreicht, dass eine Kurzwelle mehrfach zwischen Erdboden und Atmosphäre reflektiert wird. Auf anderen Frequenzbereichen erreicht man diese Reflektion entweder nur einmal oder schlicht überhaupt nicht. Ein Radiosender, der üblicherweise auf Ultrakurzwelle (UKW/FM) sendet, erreicht damit in der Regel einen Senderadius von rund 150 bis 250 km, dann ist Schluss und man muss im Auto auf eine andere Freuquenz wechseln oder sich einen anderen Sender suchen, wenn man größere Strecken fährt. Auf Mittelwelle (MW/AM) oder Langwelle (AM) ist die Reichweite ein wenig größer, so dass man hier auch deutsche Programme noch im europäischen Ausland empfangen kann oder eben auch viele europäische Programme in Deutschland. Auf Kurzwelle steht einem dagegen praktisch die ganze Welt offen.

Ich weiß nicht mehr ganz genau in welchem Jahr, aber Ende der 1990er bekam ich zu Weihnachten einen mit fast 1000 Mark extrem teuren, aber dafür sehr professionellen Weltempfänger von Sony geschenkt. Man könnte es als mein erstes richtiges Hobby bezeichnen. Beim ICF SW 77 konnte ich genaue Frequnz mittels Digitalanzeige auswählen und es gab einige Features, die den qualitativ eingeschränkten Empfang erträglich machen. Denn die positive Eigenschaft der Reichweite geht bei der Kurzwelle mit einer sehr gewöhnungsbedürftigen Qualität einher. Von einem Stereo-UKW-Signal ist die analoge Kurzwelle so weit entfernt wie ein Fiat Punto von einem Rolls Royce: es geht halt irgendwie, aber komfortabler wäre eben schöner. Diese enormen Qualitäteinbußen sollen mit der Digitalisierung endlich verringert werden, aber die Verbreitung dieser sogenannten DRM-Technologie ist ebenso wie bei DAB auf UKW noch sehr gering, so dass es weiter auf Kurzwelle knistert und knackt.

Aber den Reiz von DX’ing machte es auch aus, dass man mit diversen Empfangsschwierigkeiten zu kämpfen hat und trotzdem angestrengt einem Radioprogramm aus dem fernen Neuseeland oder Australien lauscht, und wenn lediglich die Senderkennung zu erahnen ist. Die ständig wechselnde Lautstärke durch den Schwund des Signals, das nervtötende Knistern oder die Störgeräusch durch andere Sender auf den Nachbarfreuquenzen gehören schlicht einfach dazu. So braucht man durchaus eine gewisse Leidensfähigkeit und Härtnäckigkeit, um das Hobby „Distance X“ (DX) auszuüben.

Diejenigen, die sich für ihre Jagd nach den Kurzwellen-Sendern dieser Welt belohnen lassen wollen, können spezielle Empfangsbestätigungen von den Radiosendern anfordern. Diese „QSL-Karten“ gleichen Postkarten auf denen der Sender, den Empfang des Programms zu einer bestimmten Zeit und an bestimmten Datum bestätigt. Der Radiohörer schickt hierzu eine Postkarte an den Sender, auf dem ein SINPO-Code mit Zahlen zwischen 1 und 5 die Empfangsqualität angibt. SINPO steht dabei für S (Signalstärke), I (Interferenz), N (Störgeräusche), P (Ausbreitungsstörungen) und O (Gesamteindruck). Als Antwort erhält man dann von den Sendern eine Empfangsbestätigung, die eifrige DX’er fleißig sammeln wie andere die Postkarten ihrer Freunde und Bekannten aus fernen Ländern.

Ich selbst habe es nur zu ganzen zwei Empfangsbestätigungen geschafft. Einen von meinem geliebten deutschen Dienst der BBC aus London und zum anderen vom etwas exotischeren Radio Korea aus Seoul.

Mein Schultag begann stets mit dem deutschen Dienst der BBC und der etwas anderen Sicht auf die Welt, denn auch wenn das Programm in deutscher Sprache angeboten wurden, war es doch eine Sendung aus Großbritannien. So griff man bei den Reportagen auf das große Korrespondentennetz der BBC zurück, übersetzte die Berichte in deutsch und eröffnete so dem deutschsprachigen Publikum die britische Sicht auf die akuellen Ereignisse ohne eine Sprachbarriere. Das hat sicherlich meinen Englischkenntnissen nicht unbedingt weitergeholfen, aber dafür war ich jeden morgen bestens informiert über die Weltlage – wenn auch durch die britische Brille gesehen.

Am 26. März 1999 stellte die BBC schließlich ihren „German Service“ ein. Wenige Wochen bevor ich mit meinem Abitur auch meine Schullaufbahn an der Theodor-Heuss-Schule in Ratingen beendete, nahm auch das morgendliche Ritual nach dem Aufstehen ein Ende. Die Zeit für ein deutschsprachiges Programm der BBC ging mit dem Verweis auf die englischsprachigen Angebote des „Words Service“ zu Ende. Einerseits musste wohl dringend Geld eingespart werden, andererseits ging der Blick längst auf Osteuropa. Seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs konzentrierten sich die westlichen Auslandsrundfunksender längst auf die jungen Demokratien und boten für die dortigen Bürger alternative Nachrichtenprogramme an.

Ich konnte mich nie mit dem „World Service“ anfreunden. Ich war schlicht zu faul für ein englisches Nachrichtenprogramm und versuchte es stattdessen mit dem Deutschlandfunk und der Deutsche Welle, aber ohne daran je einen so großen Gefallen zu finden wie am morgentlichen Magazin der BBC in deutscher Sprache.

Die letzte Sendung des German Service der BBC als MP3-Mitschnitt (26.03.1999)

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Pariser Parklücke

23. Dezember 2007 - 18:05 Uhr

Die Autofahrer in Paris sind dafür bekannt, jeden Parkraum durch offensiven Umgang mit der Stoßstange effektiv auszunutzen. Warum ein Deutscher Autofahrer sich trotzdem mit seinem besten Stück vor dem Jahreswechsel 2004/05 auf den Weg nach Paris macht, kann nur mit Übermut in Verbindung gebracht werden. Mein dunkelblauer Polo 2F, Baujahr 1991, hatte schon den einen oder anderen Kilometer zurückgelegt und hatte ganz gewiss schon die eine oder kleine Delle abgekommen. Vielleicht hat dies und nicht zuletzt die teuren Bahntickets meine Entscheidung erleichtert, zusammen mit meiner damaligen Freundin im eigenen Auto nach Paris zu fahren.

Nachdem wir die belgische-französische Grenze überschritten hatten und uns die Route über die mautpflichtige Autobahn führte, war die Begeisterung über eine staufreie und komfortable Autobahn groß. Die belgischen Schlaglöcher waren bis zum Autobahngürtel von Paris längst vergessen und dann kam ich erstmals in Kontakt mit dem Pariser Autofahrer, der es geschickt weiß, jede Lücke zu nutzen und das deutsche Reißverschlusssystem dabei schlicht unbeachtet lässt. Der Schnellere gewinnt und wer nicht weiß, welche Ausmaße sein Auto wirklich hat, muss damit rechnen, dass einen alle schlicht umkurven werden und man keinen Meter voran kommt. Wir waren Mitten im Pariser Feierabendverkehr angekommen: um 16 Uhr. Ich weiß längst nicht mehr, wie lange wir wirklich gebraucht habe, den Weg zum Hotel zurückzulegen, aber eines war gewiss. Auch ohne Navigationssystem an Bord haben wir die richtige Straße gefunden und machten uns sogleich daran, das Parkhaus zu suchen, wo mein geliebter Polo die Silvesternacht heil überstehen sollten. Auch wenn die deutsch-französische Freundschaft oft und lange beschworen worden ist, glaubte ich nicht daran, mein Auto unnötig zu Zielscheibe
für Billigböller und Silvesterraketen zu machen.

Das Parkhaus war keine 5 Fußminuten vom Hotel entfernt entpuppte sich allerdings schnell als Tiefgerage, denn es ging steil bergab. Abgesehen davon, dass ich mit horrormäßigen Parkgebühren bereits gerechnet hatte, beschlich schon ein ungutes Gefühl als ich das Parkticket aus dem Automaten entnommen hatte und merkte, wie im gleichen Moment hinter mir der Poller in der Einfahrt aus dem Boden fuhr und somit die Einfahrt für weitere Autos unmöglich machte. Es hätte nur noch gefehlt, dass das Rolltor heruntergefahren wäre und wir damit vollkommen von der Außenwelt abgeschlossen gewesen wären. Mit dem unguten Gefühl, wo die Reise wohl enden wird, ging es Meter für Meter steil bergab in die unteren Parkebenen. Die Fahrt ging über vier Ebenen und wir sahen viele Autos, aber keine einzige Parklücke. Zumindest war nicht anzunehmen, dass die einzige Lücke, die wir erspäht hatten, überhaupt meinen Kleinwagen beherbergen konnte.

Nachdem auch weitere Ehrenrunden mit Ausnahme der einzigen Lücke keine weiteren Parkplätze ans Licht brachten, stand ich wieder vor der kleinen Parkhauslücke, mit der ich mich jemals auseinander gesetzt hatte. Die Alternativen erschienen ebenso wenig attraktiv: ein anderes Parkhaus mit freien Plätzen am Silvesterabend zu finden, erschien wenig machbar und wir waren längst reif für eine Pause vom Reisestress und wollten möglichst schnell im Hotel einchecken. Dementsprechend stieg ich aus und inspizierte die Parklücke. Hätte ich einen Zollstock gehabt und die Lücke vermessen können, hätte ich das Projekt gleich aufgegeben, aber wieviel Platz wirklich vorhanden war, konnte nur ein Praxistest zeigen.

Da schnell klar, dass man nach dem Einparken weder den Kofferraum noch die Beifahrertür wird öffnen können, wurde zunächst der Wagen entladen. Dann begann ich den Wagen unter Mithilfe meiner menschlichen Einparkhilfe in die Lücke zu rollen. Als erstes wurde der Beifahrerspiegel komplett eingeklappt, schließlich ging es um jeden Zentimeter. Es galt den Wagen möglichst nah an die Wand zu setzen und dabei möglich gerade zu lenken. Mein fahrerisches Können ermöglichte es mir durchaus den Wagen in die Parklücke zu lenken, ohne dass ich nur irgendwo angeeckt wäre. Selbst hinten am Heck, wo erschwerend eine Schräge die Parklücke abschloss, war alle heil geblieben. Die Höhe der Parklücke war am hinteren Ende eher für italienische Sportwagen ausgelegt, so dass es ich praktisch auf allen Seiten jeweils nur wenige Zentimeter Platz hatte. Und das galt nicht zuletzt für die Fahrerseite.

So gab es eine gute, aber auch eine schlechte Nachricht: der Wagen stand perfekt in der Parklücke, aber ich konnte nicht mehr aussteigen. Der erste Gedanke, über die Heckklappe auszusteigen erwies sich durch die hintere Schräge als unmöglich. Der übliche Weg über die Fahrertür den Wagen zu verlassen war mit meinem Bauchumfang schlicht nicht zu leisten. Die Fahrertür ließ sich zwar einen Spalt öffnen, aber nur so, dass eine Hand durch den Schlitz gepasst hätte, wobei auch hier die Tür längst am Nachbarauto angelehnt war. Zunächst war ich vollkommen ratlos und wollte das Parkhaus wieder verlassen, bis mir die glorreiche Idee kam, es einfach so zu machen, wie es Stock-Car-Fahrer auch machen, nämlich das Auto über das Seitenfenster zu verlassen. So kurbelte ich also das Fenster hinunter, um meine 189 cm durch das enge Fenster hinauszubefördern. Ich quetschte meinen Po zwischen die beiden Autos, öffnete die Tür einen Spalt, kurbelte das Fenster wieder hoch, schloss den Wagen ab und polierte mit meiner Jeans gleichzeitig beide Autos.

Leider war niemand so geistiggegenwärtig, um direkt ein Foto zu machen, so dass lediglich Aufnahmen von dem Moment existieren, als das Auto wieder hinaus auf die Straße sollte. Aber man sieht vielleicht trotzdem, welche Schwierigkeiten in der ganzen Situation steckten.
Im Parkhaus war also genau ein Parkplatz frei und dort habe ich schließlich auch eingeparkt. Ich habe meinen Polo nie wieder in gleicher Weise verlassen müssen und konnte bis zum Verkauf des dunkelblauen Kleinwagens stets mindestens über die Beifahrertür ein- und aussteigen. Mit meinem schwarzen Golf von heute hätte ganz sicher nicht einmal annähernd in die Lücke gepasst, aber ich habe auch gar nicht vor, mein ein Jahr altes Gefährt in den Pariser Stadtverkehr zu lenken. Es gibt dort jedenfalls gute Gründe, lieber einen Kleinwagen zu fahren. Denn der passt dann wenigstens im Parkhaus auch in die letzte freie Lücke.

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Ein Bild, eine Geschichte, ein Anfang

23. Dezember 2007 - 15:48 Uhr

Eine Lebensgeschichte beginnt stets mit der Geburt. Eigentlich wäre die Weihnachtszeit im christlichen Abendland auch kein schlechter Zeitpunkt eine Lebensgeschichte zu beginnen, nur eigentlich möchte ich gar nicht meine letzten 28 Jahre Revue passieren lassen, sondern lediglich ein paar Anekdoten mit ein paar Bildern verbinden, die einem zusammen eine Geschichte erzählen lassen.

Auf dem Foto oben war Torsten ganz frisch auf der Welt, noch ungewaschen und sichtlich mit der Gesamtsituation unzufrieden. Das war am 6. September 1979, einem Donnerstag im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth. Eigentlich wohnten meine Eltern in Ratingen, aber sie schenkten dem Krankenhaus in Rheinnähe mehr Vertrauen als den Krankenhäusern in meiner zukünftigen Heimatstadt. Und der Weg vom Neubaugebiet Ratingen-West nach Kaiserswerth war nicht allzuviel länger, so dass ich schließlich in Düsseldorf zur Welt kam. Ein Umstand, der mir als überzeugter Ratinger Bürger, lange zu schaffen gemacht hat, aber mit dem Alter gewinnt man die Erkenntnis, dass es durchaus positive Seiten hat. Ich brauche in Deutschland schließlich niemanden zu erklären, wo denn „Düsseldorf“ liegen würde, denn meine Geburtstagsstadt ist weithin bekannt genug – zumindest deutlich bekannter als meine Heimatstadt Ratingen, auch wenn ich die letzten 28 Jahre intensiv dazu genutzt habe, von dieser wundervollen Stadt mit rheinischem Flair und bergischen Wurzel zu schwärmen. Und schließlich werde ich stets stolz darauf sein, dass meine Heimatsstadt bereits 12. September 1276 vom Graf Adolf von Berg die Stadtrechte erhalten hat, während derselbe Graf dem Dorf an der Düssel erst 12 Jahre später dieses Recht zugesprochen hat. Immerhin kann ich aber ebenso stolz auf meinen Geburtsort sein, schließlich ist Kaiserswerth der älteste urkundlich nachweisbare Stadtteil von Düsseldorf und findet sich bereits auf Karten auf denen von Ratingen und Düsseldorf längst noch keine Rede war.

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